jagdberichte von john

Mai 2015 - (Reh-) Bockjagd

 

Duster, ein halbes Jahr alt, wurde zum ersten Mal mitgenommen auf die Jagd in der Uckermark.

Am ersten Abend blieb er im Auto. Er sollte schlafen, für die Jagd war er noch zu klein. Wir hörten

nichts und vermuteten, dass es dort gut ihm ging. Am zweiten Abend stellten wir das Auto ein wenig

näher ab.

Es dauerte keine eine halbe Stunde, da hörten wir ein lautes Bellen: Duster.

Wike holte Duster aus dem Auto und band ihn am Hochsitz an. Das brauchte einige Gewöhnung.

„Leise!“, „Liegen!“, „Schlafen!“, waren die Befehle, die sie sanft aus drei Metern Höhe Duster zuflüsterte.

Nach einer Stunde hatte Wike die Chance, einen Bock auf dem Feld zu schießen. Der Bock zeichnete, flüchtete und fiel nach 80 Metern. Weil Duster dann sowieso schon dabei war, sollte er langsam heran-

geführt werden. Vom Anschuss nahm er wie ein echter Profi-Jagdhund die Spur an. Die Rute von Seite

zu Seite wedelnd, lief Duster zu unser großen Überraschung die ganze Spur aus… und: gefunden! 

John sagt, seit dieser Nacht scheint Duster plötzlich viel klüger und selbstbewusster zu sein. 

 


April 2016 - JAP (Jagdliche Anlagenprüfung)

 

Wir fuhren nach Westerkappeln. Wike und Duster hatten im Herbst das Nachsuch-Training absolviert,

das Friedrich Haumannn organisiert hatte.

Natürlich hatte Wike auch in unserem Jagdrevier mit Duster geübt, aber nicht so oft, wie sie es sich gewünscht hätte. Eine Verletzung an ihrem linken Fuß machte das Gehen schwer und schmerzhaft.

Dass Duster an diesem Tag die JAP mit allen Prüfungen bestand, ist voll verdient!! 

Wir sind so stolz auf unseren Hund.

 


 

Mai 2016 - Rehbockjagd in der Uckermark

 

Duster geht jetzt seit einem Jahr immer mit zur Jagd. Wir haben den Ansitz mit viel Ruhe (und dann

und wann ein wenig Stress), liegen und schlafen praktiziert.

Unter den hohen Kanzeln sitzt Duster auf seiner Decke und schaut sich um. Im Laufe der Zeit legt

er sich schlafen. Er reagiert nicht auf einen Signalton oder auf Schüsse von Wike oder von anderen

Jägern in den Nachbarrevieren. Bei den ganz niedrigen Kanzeln hebt Wike ihn zu sich hoch.

Einmal entdeckte Wike, wie Duster versuchte, von so einer niedrigen Kanzel, wo er lieb zu ihren

Füssen geschlafen hat, hinunterzuspringen. Sie macht den Griff nach hinten, um Duster wieder nach

oben zu ziehen. Erfolgreich. Als Wike sich dann wieder umdrehte, sah sie gerade noch einen Damhirsch hinter den Bäumen verschwinden. Ja, auch das gehört zum Leben eines Jägers!

An einem anderen Tag schlief Duster fest auf einer niedrigen Kanzel zu Wikes Füßen. Dann wurde er

wach, hörte, dass es im Wald raschelte und setzte sich auf. In etwa zehn Metern Entfernung lief ein Schmalreh vorbei, ganz langsam von links nach rechts. Duster beobachtete es intensiv für etwa fünf

Minuten, ohne Laut zu geben oder zu winseln, dann verschwand das Reh wieder im dichten Wald.

Zwei Nachsuchen hat Duster bereits in diesem Jahr gemacht.

Die erste war eine Schweißspur von etwa 100 Metern, einen Hügel aufwärts. Ruhig, selbstkorrigierend,

soweit erforderlich, folgte Duster konzentriert der Spur.

Wike hat von Friedreich Haumann gelernt, dass sie sich auf Duster verlassen kann und lässt ihn ruhig

seinen eigenen Weg gehen. Wenn der den Bock gefunden hat, leckt er den Anschusswund und setzt

sich ruhig.

Das zweite Mal war es eine Nachsuche von etwa achtzig Metern auf dem Feld mit hohen Gras. Von Anschussplatz zog Duster stark nach rechts. „Falsch!“, rief John. „ Ich bin mir sicher, der Bock liegt

viel weiter links.“ 

Duster ließ sich nicht aus der Richtung bringen und ging langsam, stark wedelnd, weiter rechts. Ohne

zu zögern, und zielstrebig ging er zu dem jungen Bock, den John geschossen hatte.

Und, wir hätten es wissen müssen, dort rechts fand er auch den Bock.

 

Wike und John mit Duster von Seligenporten. 

 

 

 

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